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Schwedische Modelle und unfaire Rezensions-Regeln

Deutschland ist Entwicklungsland. Zumindest wenn es um den Breitband-Ausbau geht. Selbst in Städten ist längst nicht an jedem Haus richtig schnelles Internet zu bekommen, auf dem Land wären viele schon glücklich, wenn die Verbindung ein zweistellige Mbit-Übertragungsrate hätte. Dabei ist schnelles Internet gerade auf dem Land für viel mehr wichtig als nur für den abendlichen Streaming-Dienst.

Viele mittelständische Unternehmen in ländlichen Gebieten fühlen sich abgehängt, ziehen in urbane Gebiete oder gleich ins Ausland, wie kürzlich auch die Wochenzeitung „Die Zeit“ schrieb: „Mancher Weltmarktführer müsse sich überdies seinen eigenen Sendemast bauen und das schnelle Internet quasi durch die Luft in die abgelegene Provinz holen, um nicht von der technischen Entwicklung 4.0 abgeschnitten zu sein.“ Der Artikel kommt sogar zu dem Schluss, dass auch dies eine Rolle spiele, warum der Rechtspoplismus in diesen Regionen so erstarke.

Netzaktivisten mit 16-Mbit-Anschluss

Die Netzaktivisten Anke und Daniel Domscheit-Berg, die selbst nur einen 16-Mbit-Anschluss auf dem Land haben, wollen dies nun endlich in Angriff nehmen und mit einem Start-Up den Markt neu aufrollen. Ein offener Marktplatz auf denen Anbieter ihre Dienste anbieten sollen, soll die unflexiblen Geschäftsmodelle ablösen. Zum Vorbild wird hier das schwedische Modell genommen. Dort bauen die Kommunen passive Glasfasernetze mit offenen Schnittstellen. die aktiven Komponenten werden dann von Dritten betrieben. Ein Kunde kann sich sozusagen das beste Angebot für sich zusammenklicken.

Helfen soll dabei auch der „Breitbandjesus“ Jonas Birgersson der mit seinem Unternehmen ViaEurope Sverige AB den Breitbandausbau in Schweden mit dem offenen Marktplatz-Prinzip revolutionierte. Falk Steiner schaut sich die Idee für uns genau an.

Bald stört sie nicht mehr

Entwicklunsgland ist Deutschland auch, wenn es um offene W-Lan Angebote geht. Vor allem weil es durch die sogenannte Störerhaftung keine Rechtssicherheit für die Anbieter gibt. Das führt zu Wifi-Wüsten und extrem teuren Verträgen für mobiles Internet – es ist ja keine Konkurrenz zu fürchten. Jetzt soll sie endlich (endlich) abgeschafft werden.

Der Europäische Gerichtshof hat Betreiber solcher Netzwerke zwar gerade rechtlich gestärkt, sie aber ausdrücklich nicht komplett abgeschafft und in der nationalen Rechtssprechung steht sie leider weiterhin im Telemediengesetz der Großen Koalition. Matthias Finger über Chancen endlich Rechtssicherheit zu schaffen und den Zombie „Störerhaftung“ endlich in sein wohlverdientes Grab zu legen. In Schweden gibt es sie übrigens nicht.

Ohne Schlüssel keine wertvolle Meinung

Valve Spieleplattform Steam ist in den letzten Tagen in Kritik geraten. Neue Regeln für Reviews – eine extrem wichtige Währung auf dem Game-Markplatz – wird von vielen Spielern und Entwicklern für unfair gehalten. Denn jetzt dürfen nur noch die rezensieren, die das Spiel auch wirklich über die Plattform gekauft haben.

Damit sollen zwar sogenannte „false positives“ ausschließen, als gutklingende Rezensionen um dafür im Tausch einen Spiele-Schlüssel zu bekommen, aber es schließt eben auch die Spieler aus, die das Spiel auf anderen Märkten gekauft haben oder es sogar über Kickstarter finanziert haben. Steam ist der größte Online-Markt für PC-Games, hat er zu viel Macht bekommen? Wir sprechen mit Johannes Kristmann, fünfzig Prozent des Entwicklerstudios „Maschinen-Mensch“.

Der Rest vom Schützenfest

Vera Linß sammelt die Medien und Meinungen der Woche, unter anderem gibt es weiter Kritik am BND-Gesetz. Die über Stream und Funk international-grenzüberschreitend übertragene Sendung wird moderiert von Christine Watty und Christian Conradi (der auch netzmusiziert), während im Hintergrund Marcus Richter und Jana Wuttke die Fäden ziehen und Jochen Dreier die Seite und die dazugehörigen Social-Media-Kanäle mit Inhalten befüllt.

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