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Verbotene Wörter und fiese Sticks

Was sich in der vergangenen Woche im Netz und anderswo ereignet hat, das weiß diesmal Moritz Metz:

Die Uhr tickt für Edward Snowden: Der Whistleblower hatte ja ein Jahr “vorläufiges Asyl” gewährt bekommen — das lief vergangenen Donnerstag aus. Er soll jetzt “politisches Asyl” beantragt haben, das unbefristet wäre, jedoch von Wladimir Putin persönlich genehmigt werden muss.Während die Stimmen laut werden, Snowden Asyl in Deutschland zu gewähren oder ihn in Person vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags aussagen zulassen, ist der deutschen Politik beides offenbar zu heikel. Wegen dieser Haltung hat auch der Enthüllungsjournalist und Snowden-Kollege Glenn Greenwald seine Teilnahme am Unterschungsausschuss abgesagt. Falls Snowden aber doch nach Deutschland reisen könnte, würde es sich Greenwald nochmal überlegen.

Neue Snowden-Enthüllungen dagegen blieben diese Woche aus — aber es gab eine Studie zu Überwachungs-Folgen von zwei US-Forschern. Ihr Ergebnis: Internet-User suchen seit Snowden weniger Intimes und potenziell Riskantes. Die beiden Forscher haben Google-Trends benutzt, ein öffentliches Portal zum Analysieren von Google-Suchtrends für elf Länder. Mit dabei: eine Liste von Schlüsselwörtern, die das Heimatschutzministerium der USA für gefährlich hält, wie etwa “Rohrbombe, Polizei, Salmonellen, Explosion”. Aber auch potenziell “peinliche” Suchwörter, die die Privatsphäre betreffen wie: “Abtreibung, Pleite, Comingout, Depression, Drohnen, abnehmen”, aber auch “My Little Pony”. Der Anteil all solcher Suchwörter sei seit den Snowden-Leaks um ungefähr 2,2 Prozent gefallen, besagt die Studie. Das beweist: Die Zensur findet bereits in unseren Köpfen statt. Jedoch gibt es unter den elf untersuchten Länder auch zwei, in denen beide Suchwort-Gruppen seit Snowden mehr gesucht wurden: in Südkorea und Deutschland. Warum das so ist, wissen aber auch die Forscher nicht.

Neben gefährlichen Suchbegriffen ist auch eine neue, verheerende Sicherheitslücke namens “BadUSB” in Sicht. Denn: Die “Firmware”, also quasi das Betriebsystem von sehr vielen USB-Sticks lässt sich hacken. Das geschieht, indem sich der Stick am Computer als Tastatur ausgibt oder als eine andere USB-Hardware. Dies funktioniert für alle Systeme und Virenscanner sind erstmal machtlos. Die falsche Tastatur kann dann zum Beispiel über Tastenkombinationen allerhand Schabernack treiben, wie etwa Software installieren, die jeden weiteren USB-Stick infiziert. Der Berliner Profi-Hacker Karsten Nohl hat diese Sicherheitslücke bei den weit verbreiteten USB-Sticks mit Chips der Firma “Phison” entdeckt. Nohl spricht darüber nächste Woche auf der berüchtigen Blackhat-Hacker-Konferenz in den USA. Die nennt sich Blackhat, also Schwarzhut. weil da eben auch die “bösen Hacker” sprechen. Und wenn die bösen Jungs den Hack in die Finger kriegen, könnten die Auswirkungen des USB-Stick-Hacks enorm sein. Laut Nohl wird man möglicherweise keinem USB-Stick mehr trauen können, den man nicht durchgängig in seinem Computer benutzt habe.

Foto: “Found Newspapers” von Ryan Brunsvold, CC BY 2.0

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